Riga, Gebäudeensemble Drei Brüder, Gebäude Mazā Pils iela 17, Portal

Ehem. Wohnhäuser, heute dreiteiliges Gebäudeensemble mit Kompetenzzentrum für Denkmalpflege und seit 1993 Sitz der Nationalen Denkmalverwaltung und Lett. Architekturmuseum (Latvijas Arhitektūras muzejs); 2001 ausgezeichnet mit dem Europ. Kulturerbe-Siegel. Charakterist. mittelalterl. Wohnhäuser, giebelständig und auf schmalen Grundstücken entsprechend der in den Hansestädten entlang der Ostseeküste verbreiteten Bebauung. Authent. Raumstruktur erh., die Räume allerdings jetzt funktional miteinander verbunden. 1953–57 Innenhöfe zusammengelegt und in den Mauern Portale aus nicht mehr vorhandenen Gebäuden sowie das älteste steinerne Stadtwappen von Riga (1554) vermauert.
Mazā Pils iela 17. Ältestes Gebäude in Riga. 1415 erw. im Rigaer Erbebuch. 1697 im Gebäude eine Bäckerei, erweitert um Anbauten an der Hof-, später auch an der Straßenseite. Mitte 18. Jh. umgebaut, Hauptfassade verändert. Umgestaltung während Rest. 1953–57 (Arch. Pēteris Saulītis), straßenseitiger Anbau abgebrochen, spätgot. Staffelgiebel und
got. Portal mit Beischlagsteinen rekonstr. anhand einer Zeichnung von Johann Christoph Brotze (1785). Gewölbte Kellerräume. Im Erdgeschoss geräumiger Wohnraum, in einer Ecke Herd mit Mantelschornstein. Darüber Zwischengeschoss sowie drei Giebelgeschosse als Speicherraum für Waren, die über Luken in der Gebäudemitte in alle Gebäudeebenen befördert werden konnten. Mazā Pils iela 19. Erb. 1646. Rest. 1953–57, Giebel anhand der Zeichnung von J. Ch. Brotze rekonstr., Portal (1746) des Nachbargebäudes Nr. 17 dorthin versetzt. Typ. Wohnhaus des 17. Jh. Frontfassade in manierist. Formen mit barockem Giebel, über dem zweiten Obergeschoss die Jahreszahl 1646 und oberhalb der Fenster und an den Gebäudeecken gemalte Rustika. In klassizist. Formen gestaltetes Portal, im Gebälk die Inschrift Soli Deo Gloria. Im Erdgeschoss Herd mit Mantelschornstein in der Ecke. Im Obergeschoss Wohnraum mit zwei großen, nahezu quadrat. Fenstern.
Mazā Pils iela 21. Jüngstes (erw. 1718) und schmalstes Gebäude. 1898/99 umgebaut. Viergeschossig, mit geschweiftem Barockgiebel.

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