Riga, ev. Kirche St. Petri

Riga, ev. Kirche St. Petri / Rīga, Sv. Pētera ev. lut. baznīca, Herder-Institut, Marburg/Germany, Bildarchiv, 267311, Foto: Christofer Herrmann, CC BY-SA 4.0
Riga, ev. Kirche St. Petri / Rīga, Sv. Pētera ev. lut. baznīca, Herder-Institut, Marburg/Germany, Bildarchiv, 267316, Foto: Christofer Herrmann, CC BY-SA 4.0
Riga, ev. Kirche St. Petri / Rīga, Sv. Pētera ev. lut. baznīca, Herder-Institut, Marburg/Germany, Bildarchiv, 267323, Foto: Christofer Herrmann, CC BY-SA 4.0
Riga, ev. Kirche St. Petri / Rīga, Sv. Pētera ev. lut. baznīcaNacionālās kultūras mantojuma pārvaldes Kultūras pieminekļu informācijas pārvaldības sistēma Mantojums,DSC05346_Muisf8n, Foto:Aivars Holms, CC BY-SA 4.0
Riga, ev. Kirche St. Petri / Rīga, Sv. Pētera ev. lut. baznīcaNacionālās kultūras mantojuma pārvaldes Kultūras pieminekļu informācijas pārvaldības sistēma Mantojums,DSC05990, Foto: Aivars Holms, CC BY-SA 4.0
Riga, ev. Kirche St. Petri / Rīga, Sv. Pētera ev. lut. baznīcaNacionālās kultūras mantojuma pārvaldes Kultūras pieminekļu informācijas pārvaldības sistēma Mantojums, DSC07049, Foto:Aivars Holms, CC BY-SA 4.0
Riga, ev. Kirche St. Petri / Rīga, Sv. Pētera ev. lut. baznīcaNacionālās kultūras mantojuma pārvaldes Kultūras pieminekļu informācijas pārvaldības sistēma Mantojums, IMG_2673_uCh11by fFoto: Aivars Holms, CC BY-SA 4.0
Außerordentlicher, die Altstadtsilhouette dominierender Kirchenbau, in dessen Architektur sich die in Lettland erreichten stilist. Höhepunkte der Backsteingotik und des Barock vereinen. Bis 1524 kath., nach der Reformation protestant. Kirchenbau. Erb. als Kirche der Stadtgemeinde (erw. 1209). Zunächst turmlose, neunjochige Hallenkirche. 1407–09 Bau eines Chorumgangs durch den Rostocker Baumeister Johannes Rumeschottel, vermutl. unter Einfluss der Backsteingotik des 14. Jh. in Mecklenburg, insbesondere Rostock, Lübeck, Schwerin und Doberan. Fertigstellung des Turms 1456–66 unter Leitung des Maurermeisters Nicolaus Voss mit hoher pyramidaler Spitze und Einwölbung der Seitenschiffe mit Sterngewölbe. 1666 Einsturz des got. Turms. Umbau der W-Fassade 1671 durch den holländ. Arch. Jacob Joosten, 1692 Fertigstellung unter dem Rigaer Stadtbaumeister Rupert Bindenschu. Beim Stadtbrand 1677 Kirche ausgebrannt, die stark beschädigten Gewölbe im Mittelschiff durch hölz. Kreuzgewölbe ersetzt. 1688 neuer Turm (Entw. R. Bindenschu) mit 70 m hoher Spitze – einst höchste hölz. Konstruktion in Europa. Die drei barocken Portale der W-Fassade 1692–94 von R. Bindenschu entw. Und durch die Bildhauer Johann Daniel Schau, Dietrich Walter, Johann Gerwin gefertigt. 1721 Turm abermals abgebrannt, erneuert 1733–47 nach Entw. von Johann Heinrich Wülbern. Beim Brand beschädigte Portale 1728 renoviert. Turm durch Beschuss im Zweiten Weltkrieg (1941) abgebrannt, durch den Einsturz im Innenraum viele Ausstattungsgegenstände zerstört. Umfassende Renov. 1967–83 – Turm in Metallkonstruktion wiederaufgebaut, Gewölbe im Mittelschiff aus Betonguss; bis heute andauernde Rest., u.a. der Epitaphien.
Dreischiffige Basilika mit vier Jochen und Chorumgang bestehend aus Kapellenkranz und vier Seitenkapellen. Auf ein urspr. geplantes Querhaus weisen sichtbare Verzahnungen in den Außenmauern hin (in den Ecken der Seitenkapellen). Einzelne Bauteile des 13. Jh. erh. – westl. Langhauswand, Fußboden aus glasierten Keramikfliesen und Treppentürmchen an der S-Seite. An der Langhausfassade hohe, spitzbogige Sprossenfenster; zwischen den Fensteröffnungen Strebepfeiler. Eingezogener W-Turm, unten quadrat., oberhalb der W-Fassade oktogonal, bestehend aus einer mehrstufigen, durchbrochenen Konstruktion mit Kuppeln, drei offenen Galerien, bekrönt von einer schlanken pyramidalen Spitze – möglicherweise nach dem Vorbild Hamburger Turmbauten von Peter Marquard (Kirche St. Nikolai, St. Katharina u.a.). Turmkonstruktion beim Wiederaufbau im 18. Jh. gering verändert, zum Ausgleich der verschiedenen Kuppelgrößen eine kleine Zwiebelkuppel unterhalb der Turmspitze eingefügt. Zur Verbesserung der Statik zwei hohe Pfosten eingesetzt. Der heutige Turm an den Turmaufbau des 18. Jh. angelehnt. An Gewänden und Sprossen, Stufenportalen (S und N), Gewölberippen und Bündelpfeilern, Fenstergewänden sowie Gesimsfriesen sind Profilbacksteine anzutreffen, die sich mit schwarz glasierten Backsteinen abwechseln. Verkleidung der W-Fassade mit Muschelkalk aus Salaspils / Kirchholm; Pilaster am Giebel, Voluten und andere Details aus gotländ. Kalkstein. Hauptfassade (W) mit geschwungenem Volutengiebel und drei großen, prächtig verzierten Portalen – Aufbau nach klass. Triumphbogenschema: rundbogige Eingänge, beidseitig umrahmt von mit korinth. Säulen eingefassten Nischen auf hohen Sockeln. In den Nischen Figuren der Tugendallegorien. Portale von charakterist. barocken gesprengten Giebeln bekrönt, darin vollplast. Figuren – in der Mitte der Erlöser, links Hl. Petrus, rechts Moses. An den Giebelschrägen vollplast. sitzende Figuren, an den Gesimsenden Vasen. Portalzwickel mit Reliefs geschmückt. Die Portale sind die bedeutendsten Architekturdenkmäler des Barock in Rīga – in ihnen verschmelzen ital. und nordeurop. Einflüsse. Im Inneren bemerkenswert die urspr. Sterngewölbe in den Seitenschiffen in vier verschiedenen Ausführungen, von schlichtem bis sehr aufwändigem Rippenmuster. — Kunstwerke des 16.–18. Jh., wie Grabmal, Grabplatten und Epitaphien, besonders bedeutend die Epitaphien des Spätbarocks und des Rokoko aus dem 18. Jh. sowie das steinerne
Epitaph für Franz Ringenberg (1611) im Stil des Manierismus. In die Kirche 2012 zurückgekehrt der von Hans Meyer im Auftrag des Stadtrats von Rīga in Bronze gegossene, siebenarmige Leuchter (1596), der während des Zweiten Weltkriegs nach Polen verschleppt wurde und sich in der Kathedrale von Włocławek / Leslau befand.

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