Libau, Mietshaus mit Geschäftsräumen
Ausdrucksstarkes Jugendstilgebäude des Kaufmanns Wilhelm Raeder (1858–1912). Erb. 1908 nach Entw. von Ing. Charles Carr. In den unteren Geschossen Geschäftsräume über zwei Ebenen mit großen Schaufenstern. Im Zentrum des auf der Ecke liegenden Geschäftsraums ehem. ein hoher, atriumähnl. Raum, bei Einrichtung einer Bank in den 1990er Jahren die unikale Innenaussttatung zerstört. Dreigeschossiges, verputztes und kräftig durchgeformtes Backsteingebäude mit mehreren Giebeln und einem Eckturm. Die Fassaden reich gestaltet mit geometr. Reliefs und Ornamenten (Blüten, Bändern, Festons, Palmetten u.a.); am Eingangsportal stilisierte Vögel. Alle dekorativen Elemente passen sich organ. in die architekton. Grundform des Gebäudes ein. Eingangshalle im charakterist. Dekor des Jugendstils und mit prachtvoller Tür zum Treppenhaus; ornamental geschmiedetes Treppengeländer. In jedem der oberen Geschosse zwei Mehrzimmerwohnungen mit Sanitärräumen. Zu den oberen Geschossen führen eindrucksvolle Spindeltreppen. Dahinter ein zweiter Zugang zur sog. schwarzen Treppe mit Zugang zu den Küchen. In mehreren Wohnräumen Kachelöfen mit typ. Jugendstil-Bekrönungen.
