Neu-Riesenberg, Gutshof Riesenberg

Vilumäe, Riisipere mõis
Neu-Riesenberg, Gutshof Risenberg/ Vilumäe, Riisipere mõis, Wikimedia Commons, Foto: Athanasius Soter 2014, CC BY-SA 3.0 EE
Eines der stilvollsten klassizist. Gutshofensembles Estlands, auf niedriger Anhöhe am Ufer des Stausees Riisipere / Riesenberg im histor. Kirchspiel Nissi. Frühere Bebauung aus Holz, erh. steinernes Herrenhaus erb. 1818–21, Bauherr Peter v. Stackelberg (Arch. unbekannt). Ende 19. Jh. umgebaut. 1920 enteignet, 1921–84 Waisenheim, später Kinderheim. Fassaden 1958 renov. und Hauptsaal teilw. restauriert. Seit 1999 wechselnde Eigentümer. Rest. 2019 (urspr. Stuckdekor nur im Kuppelsaal erh., alles Übrige wiederhergestellt als Kopie).
Zweigeschossiger, verputzter Kalksteinbau mit Mezzaningeschoss auf niedrigem Sockel. An der Frontseite fünfachsiger Mittelrisalit, davor flaches Podest, auf das sich ein von Attika bekrönter Portikus mit Säulen in kompositer Ordnung stützt. Über den stark auskragenden, dreiachsigen Seitenrisaliten Dreiecksgiebel mit Zahnschnitt-Fries und einem ovalen Fenster auf der Giebelfläche. Risalite rundum durchfenstert, im Erdgeschoss mit einfachen Putzrahmungen, im ersten Geschoss unter den Fenstern Schmucktafeln aus Stuck, darüber Tafel mit Akanthusornament sowie ein auf Volutkonsolen gestütztes Schmuckgesims. In den Ecken des Mittelrisaliten Pilaster in kolossaler Säulenordnung, die Wandfläche des ersten Geschosses mit Öffnungen in Putzrahmung und rundbogigen Nischen gestaltet. An der Decke des Portikus Tafeln mit Akanthusrosetten in Stuck. Auf dem Fries Rosetten, Kränze und Greife. Gesims mit Konsolen und Rosetten geschmückt, Attikafrontispiz mit Bandspirale und Rosetten. Dasselbe Motiv auch auf dem Gesims zwischen den Geschossen. Gartenfassade mit drei Risaliten in ähnl. Gliederung wie die Hauptfassade, das Geschossgesims hier mit „laufendem Hund“. Am mittleren Gebäudeteil breit profiliertes Traufgesims. Das Gebäude mit flachem Walmdach gedeckt, die Seitenrisaliten mit Giebeldach.
Der Grundriss der Innenräume folgt nicht der streng symmetr. Anlage. Auf der Mittelachse des Erdgeschosses ein Vestibül mit gebogenen Wänden, in dessen Hinterwand zwei rundbogige Nischen und einfache Marmortreppe ins Hauptgeschoss. Auf der Mittelachse des ersten Geschosses über dem Vestibül runder Kuppelsaal mit Ahnengalerie, die Wände mit rundbogigen Nischen gegliedert. Über dem die Wand umgebenden Konsolgesims Kuppel mit Stuck-Kassettierung und Akanthusrosetten. Im Scheitel der Kuppel große Kronleuchterrosette. Räume teilw. in Enfilade. Im ersten Geschoss des rechten Seitenrisaliten der Hauptsaal (Weißer Saal). An beiden Enden des Saales Säulen und Halbsäulen in kompositer Ordnung mit Kapitellen. Über dem Deckengesims mit einfachem Profil Zahnfries und Konsolen mit Akanthus. Decke mit reichem Akanthusdekor in geometr. Rahmung und Rosetten für Kronleuchter. Die Supraporten des Hauptsaals mit Akanthusornament, Kymation, Volutenkonsolen und Schmuckgesims. Eine ähnl., doch in der Form schlichtere Lösung im Speisesaal neben dem Kuppelsaal (Blauer Saal). Auch hier ein Teil des Raums mit Säulen abgetrennt, die Decke umgibt ein Akanthuskonsolgesims, über den Türen Supraporten mit geometr. Ornamenten und Zahnschnitt-Schmuckgesims.
Die Alte Landstraße nach Haapsalu (Vana-Haapsalu mnt) trennt das Ensemble des Herrenhauses von den Wirtschaftsgebäuden. Erh. Stall vom Anf. 19. Jh. sowie Kutschenschuppen, umfängl. in den 1920er Jahren umgebaut. Im 19. Jh. kamen eine Werkstatt (Schmiede) mit Wänden aus Feldstein und roten Ziegelsteinen als Rahmung der Ecken und Öffnungen, ein Speicher und eine Darre im selben Stil hinzu.
Landschaftspark durch Wilhelmine v. Ungern-Sternberg in den 1830er Jahren angelegt, die dominierenden Blickachsen waren auf den Stausee ausgerichtet, im Park Bootssteg und Pavillons im neogot. Stil. Von der Parkgestaltung teilw. erh. Stausee mit künstl. Inseln

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